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IP-Schutzklassen

IP-Schutzklassen: Was steckt hinter den Kennzahlen?

Für den Bereich Elektronikfertigung gibt es eine Vielzahl von Normen, Richtlinien und Maßnahmen, die eingehalten werden müssen, um einen reibungslosen Betriebsablauf zu gewährleisten. Ein Punkt der hier häufig untergeht, ist die Schutzart von Geräten und Gehäusen. Inbesondere in empfindlichen Bereichen, in denen es um Umgebungseinwirkungen wie Staub und Feuchtigkeit geht, sollte man wissen, was die Bezeichnungen IP20, IP54 oder IP67 eigentlich bedeuten. 

In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie das IP-System funktioniert, welche Schutzarten es gibt und worauf man bei der Auswahl achten sollte – besonders mit Blick auf den Einsatz in Produktionsumgebungen der Elektronikindustrie.

Was bedeuten die IP-Schutzklassen?

„IP“ steht für International Protection – oder auch „Ingress Protection“. Die beiden Ziffern, die auf das Kürzel folgen, geben an, wie gut ein Produkt gegen das Eindringen von Fremdkörpern (wie Staub oder Werkstattpartikel) und Wasser geschützt ist.

Beispiel:

Ein Produkt mit der Schutzklasse IP54 iststaubgeschützt (Ziffer 5) und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen (Ziffer 4) abgesichert.

Je höher die Ziffern, desto besser der Schutz – allerdings muss nicht jedes Gerät in der Elektronikfertigung maximal abgedichtet sein. Vielmehr kommt es auf den jeweiligen Einsatzzweck an.

Überblick: Die Schutzarten im IP-System

Die erste Zahl die auf die Buchstaben "IP" folgt, kategorisiert den Schutz vor festen Körpern.

0 - Kein Schutz

1 - Fremdkörper > 50mm

2 - Fremdkörper > 12,5mm

3 - Fremdkörper > 2,5mm

4 - Fremdkörper > 1mm

5 - Staub in schädigender Menge

6 - Staubdicht (vollständig abgedichtet)

Die zweite Zahl kategorisiert den Schutz gegen Wasser.

0 - Kein Schutz

1 - Tropfwasser

2 - Tropfwasser bei Neigung (bis 15°)

3 - Sprühwasser (bis 60°)

4 - Spritzwasser aus allen Richtungen

5 - Strahlwasser

6 - Starkes Strahlwasser

7 - Kurzzeitiges Untertauchen (bis 1m Tiefe)

8 - Dauerhaftes Untertauchen

9 - Hochdruck- / Dampfstrahlreinigung

Die wohl bekannteste Schutzklasse IP67 bedeutet also, dass ein Gerät vollständig staubdicht ist und zusätzlich gegen kurzzeitiges Untertauchen (bis 1m Tiefe) geschützt ist.

Welche Schutzart macht in der Elektronikfertigung Sinn?

Nicht jedes Gerät muss wasserdicht sein – aber ein gewisser Schutz vor Staub oder gelegentlichem Spritzwasser kann im Alltag durchaus relevant sein. Je nach Arbeitsplatz und Umgebung gibt es unterschiedliche Anforderungen:

  • Montagearbeitsplatz in einer EPA: Hier reicht oft ein einfacher Schutz gegen groben Staub – z. B. IP20 oder IP30.
  • Lager- und Werkstattbereiche: In solchen Fällen kann IP54 oder sogar IP65 eine sinnvolle Wahl sein.
  • Zu reinigende Arbeitsplätze: Beim Umgang mit Reinigungsmitteln sind Geräte mit Schutz vor Spritzwasser (ab IP44) besser geeignet.
  • Außeneinsatz: Wer Geräte oder Messmittel im Außenbereich nutzt, sollte auf Schutzarten ab IP65 oder IP67 setzen.

Die IP-Schutzklasse ist kein dekoratives Kürzel, sondern gibt einen guten Hinweis darauf, ob ein Gerät für die jeweilige Arbeitsumgebung geeignet ist. Wer sich nicht sicher ist, greift im Zweifel lieber zu einer höheren Schutzart – oder lässt sich vorab beraten.

Geräte mit höherer Schutzklasse sind oft robuster, aber auch teurer – was nicht heißt, dass sie immer besser geeignet sind. Entscheidend ist der reale Bedarf am Arbeitsplatz. In der Elektronikfertigung sind IP20 bis IP54 gängige Werte – je nachdem, ob es sich um sensible ESD-Arbeitsplätze oder robustere Werkstattbereiche handelt.

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